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Blick in die Geschichte

Mien Feld is de Welt
Butten und binnen
wagen und winnen

Pioniere und Abenteurer waren sie, die so genannten „Tödden“, „Marskramer“ oder „Kiepenkerle“, auf deren Rücken Gebrauchs- und Luxusgüter in die westlichen Grenzregionen gelangten, so beispielsweise das robuste westfälische Leinen, das in den Niederlanden als Segeltuch sehr begehrt war. Der Westfälische Friede - im Jahre 1648 von der Rathaustreppe in Osnabrück verkündet – beendete den 30-jährigen Krieg und war auch die Geburtsstunde des Töddenhandels. Die "Hollandgänger" waren zumeist arme deutsche Bauernsöhne oder Landknechte, die von Norddeutschland in die reichen Niederlande zogen, um dort das Geld zu verdienen, das sie daheim zur Begleichung ihrer Pacht benötigten. Bepackt mit Leinenrollen, einem Ellenmaß und einer an einer Kette hängenden Schere, gekleidet in einen Mantel  und mit Zylinder auf dem Kopf zogen sie in die weite Welt. Erst zur Saat- und Erntezeit kehrten sie wieder in ihre Heimat zurück.

Gefährlich und entbehrungsreich war das Dasein dieser Wanderhändler, denn unterwegs lauerten nicht nur Wölfe und Wegelagerer, sondern auch der preußische Staat machte den Tödden vielerorts das Leben durch immer neue Zollverordnungen schwer. Der Teufel selbst soll dem ein oder anderen von ihnen zugesetzt haben, wie in Legenden aus dieser Zeit nachzulesen ist. Nein, das Leben eines Tödden war nicht immer ein Vergnügen.  Doch vielen von ihnen brachte die alltägliche Plackerei auch den wohlverdienten Erfolg, wie große Textilwarenhäuser wie C&A und Peek & Cloppenburg bis heute belegen. Sie alle, vom Unternehmer bis hin zum kleinen namenlosen „Packenträger up de klodde“, verband ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl, das sie in ihrer Geheimsprache, dem „quäsz humpisch“ ausdrückten.